Der Börsensaal, ein architektonisches Symbol von Marseille, befindet sich an der Nummer 9 der Canebière, nur einen Steinwurf vom Vieux-Port entfernt. Dieses neoklassizistische Gebäude, Sitz der Handelskammer Marseille-Provence, verkörpert die blühende Geschichte des Handels in Marseille seit seiner Eröffnung im Jahr 1860 durch Napoleon III. Lassen Sie uns gemeinsam die geheimen und faszinierenden Anekdoten dieses Denkmals entdecken, das die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung der Stadt widerspiegelt.
Der Börsensaal, ein neoklassizistisches Bauwerk voller Geschichte
Ein Bauwerk aus der Zeit des Zweiten Kaiserreichs
Die Handelskammer von Marseille, einst im Rathaus untergebracht, zog in den Börsensaal um, um den wachsenden Anforderungen des Handels im 19. Jahrhundert gerecht zu werden. 1852 begannen die Arbeiten, die durch Herausforderungen wie das tonhaltige Gelände erschwert wurden, was die Fundamente kompliziert machte. Letztendlich fand die feierliche Eröffnung 1860 statt, im Beisein von Napoleon III und Kaiserin Eugenie, gesegnet von dem Erzbischof von Marseille, Monsignore Eugène de Mazenod.

Eine beeindruckende Fassade, reich an Symbolen
Die Architektur des Börsensaal ist eine Hommage an die großen Themen des Handels und der Erkundung. Seine Fassade ist mit zehn imposanten Säulen mit korinthischen Kapitellen geschmückt, und seine fünf Türen symbolisieren die Schlüsselbereiche: Industrie, Marine, Handel, Wissenschaften und Landwirtschaft. Die Namen berühmter Entdecker wie La Pérouse, Kolumbus, Magellan und Vespucci sind stolz eingraviert, während die Statuen der alten Entdecker Euthymenes und Pythéas an den Enden des Gebäudes wachen.
Eine kürzliche Renovierung hat den Glanz der Fassade neu erweckt, mit einer Hydrogummierung-Methode, die Luft, Wasser und Granulat kombiniert, um die Details zu erhalten und gleichzeitig Staub zu vermeiden. Nachts erleuchtet der Palais und schafft ein zauberhaftes Schauspiel für die Passanten.
Ein Eintauchen in die künstlerischen Reichtümer des Innenraums
Eine grandiose Halle
Wenn die Außenseite des Palais beeindruckt, lässt auch das Innere keinen kalt. Die weitläufige Halle von 1.120 m² ist von monumentalen Bogenfenstern auf zwei Ebenen umgeben und bietet den Besuchern ein immersives Erlebnis. An den Wänden finden Sie die Namen der Regionen der Welt, die Handelsbeziehungen mit Frankreich unterhielten. Der Marmorboden, geschmückt mit geometrischen Mustern, und die zentrale Kuppel, die von einem Oberlicht beleuchtet wird, verstärken diese grandiose Atmosphäre.

Fresken, die die Geschichte von Marseille erzählen
Wenn Sie Ihre Augen zur Kuppel heben, entdecken Sie zehn geschnitzte Tafeln, die die großen Momente von Marseille erzählen: ihre Gründung, den Aufbruch der Kreuzzüge und die Vereinigung von Provence und Frankreich. Jedes architektonische Detail erinnert an die kulturelle und historische Bedeutung der Stadt.
Der Palais, Zeuge bedeutender Ereignisse
Ein Barometer, ein Überbleibsel aus einer vergangenen Epoche
Ein ungewöhnlicher Gegenstand thront auf der Galerie im ersten Stock: ein Barometer, das eine entblößte Statue von Napoleon III ersetzen sollte. Nach der Niederlage von Sedan im Jahr 1870 hätten die Marseillais, wütend, die Statue entblößt und den Kopf durch die Stadt getragen, um ihren Unmut auszudrücken.
Der Ort eines königlichen Attentats
Am 9. Oktober 1934 wird der Palais de la Bourse zum Schauplatz eines historischen Dramas: dem Attentat auf den König Alexander I. von Jugoslawien und den französischen Minister Louis Barthou. Dieses tragische Ereignis, das in den Erinnerungen verewigt ist, markiert einen Wendepunkt in der Geschichte des Gebäudes.
Ein Brand während des Zweiten Weltkriegs
Der Palais erlitt im August 1944 Schäden, als deutsche Bombardierungen ein verheerendes Feuer auslösten. Das Feuer zerstörte die Archive, und die Decken des Ehrenzimmers wurden schwer beschädigt. Die Fassadeuhr, gezeichnet von der Geschichte, trägt die Narben dieser Zeit.
Der Palais heute: ein Ort der Kultur und des Wissens
Heute beherbergt der Palais de la Bourse das Marine- und Wirtschaftsmuseum und dient weiterhin als Handelskammer. Das Erdgeschoss, das für die Öffentlichkeit zugänglich ist, umfasst eine Bibliothek und beherbergt regelmäßig Ausstellungen, Seminare und kulturelle Veranstaltungen. Während der Europäischen Denkmaltage hat die Öffentlichkeit die Möglichkeit, die Räumlichkeiten zu erkunden und die Historischen Archive zu entdecken, die seit 1913 für Forscher geöffnet sind.
Praktische Informationen für Ihren Besuch
- Adresse: 9, La Canebière, Marseille
- Zugang: U-Bahn Vieux-Port
- Öffnungszeiten: Variieren je nach Veranstaltungen und Ausstellungen
- Preise: Freier Eintritt für bestimmte Bereiche, insbesondere während der Europäischen Denkmaltage
Mit seiner beeindruckenden Architektur, seiner reichen Geschichte und seiner aktuellen Rolle ist der Börsensaal ein Muss für alle, die in die Geschichte von Marseille eintauchen und gleichzeitig eines der schönsten Gebäude der Stadt bewundern möchten.